Übersicht: Elemente eines Spiels

Ich werde im Folgenden alle wichtigen Spielelemente auflisten. Zunächst ist diese Liste noch unvollständig, da nicht alle Elemente eines Spiels ohne Erläuterung verständlich sind. Stück für Stück werde ich weitere Elemente ergänzen. Ich werde jedes der Elemente im Detail und mit Beispielen erläutern und dabei immer wieder auf die Frage eingehen, ob wir das entsprechende Element in unserem Leben finden können und wenn ja, wie es dort aussieht.

Elemente eines Spiels:

  • Freiheiten
  • Barrieren / Hindernisse
  • Ziele
  • Gegner
  • Spielfeld
  • Spielregeln
  • Mitspieler

weitere Elemente folgen…

Was braucht es für ein (gutes) Spiel?

Was macht eigentlich ein Spiel aus?

Stellen Sie sich mal vor, wir wollten ein neues Spiel erfinden. Was müssen wir dabei beachten? Vielleicht haben Sie ja mal Lust, sich erstmal selber eine Liste zu erstellen. Stellen Sie sich doch mal vor, Sie würden ein neues Brettspiel erfinden. Oder eine neue Mannschaftssportart. Was würden Sie dafür alles brauchen?

Spieler beim Spielen
Spieler beim Spielen

Es gibt eine Reihe von Elementen, die ein (gutes) Spiel enthalten muß, um interessant zu sein. Ein paar davon sind ziemlich logisch. So braucht es ein Spielfeld bzw. Spielbrett, Spielregeln und Spielfiguren bzw. Mitspieler. Wenn wir an ein Brettspiel oder ein sportliches Ereignis denken, brauchen wir auch noch eine klare Definition wann das Spiel vorbei ist und wer es gewonnen hat. Hier wird es schon wieder spannend, denn im Lebensspiel haben wir sowas ja nicht, oder?

Fallen Ihnen noch weitere Elemente ein, die für ein Spiel wichtig sind? Falls nein, dürfen Sie selbstverständlich auf meiner Liste spicken.

Wert der Spielelemente

Ganz ehrlich: Würden Sie freiwillig ein Spiel spielen, wenn Sie gar nicht wissen, wie es funktioniert? Ich nur ungern. Und trotzdem sind wir alle hier auf der Erde und die meisten von uns stellen sich die Frage, was hier eigentlich los ist.

Die Elemente eines Spiels zu kennen ist interessant. Aber vor allem ist es wichtig: Wenn wir ein Spiel spielen und seine elementaren Regeln nicht kennen, dann können wir nicht gut darin sein. Stellen Sie sich vor, Sie wollen Fußball spielen und bringen Ihren eigenen Ball mit, weil Sie glauben, daß das Spiel besser funktioniert, wenn jeder einen Ball hat. Eh Sie sich versehen, haben die anderen Spieler Ihnen – mehr oder weniger freundlich – klargemacht, daß es so nicht geht. Dann haben Sie entweder die Möglichkeit sich anzupassen oder sie werden aus dem Spiel ausgeschlossen.

Wie ist es aber in ihrem Leben? Ist es Ihnen schon mal passiert, daß Sie ein Spiel mitspielen, aber gar keine Ahnung davon haben, wie es funktioniert und welche Regeln dabei gelten? Kennen Sie die Regeln, nach denen Ihre Firma funktioniert? Wissen Sie, was Sie alles berücksichtigen müssen, um eine gut funktionierende Ehe / Partnerschaft leben zu können? Ist Ihnen klar, nach welchen Regeln Macht, Einfluß oder Geld verteilt werden? Oder haben Sie manchmal den Eindruck, daß es Menschen gibt, die Ihnen gegenüber im Vorteil sind, weil sie etwas wissen, das Ihnen nicht bekannt ist?

Derzeit habe ich nicht vor, in diesem Blog im Detail darüber reden, wie Spiele in Partnerschaft, Arbeit, Politik und Wirtschaft im Einzelnen funktionieren. Für jeden dieser Bereiche gibt es unzählige Ratgeber, die sehr viele Informationen liefern können. Aber allein die Tatsache, daß es so viele Ratgeber gibt, ist doch ein guter Hinweis darauf, daß keinesfalls jeder Mensch über jedes Spiel in dem er mitspielt gut informiert ist. Nur: wie unterscheiden wir gute von schlechten Informationen? Brauchbare von Nutzlosen? Dies wird einfacher, wenn wir wissen, welche Elemente überhaupt ein gutes Spiel ausmachen.

Wenn Sie sich meine Liste anschauen, werden Sie schnell feststellen, daß es die eine oder andere Überraschung gibt. Neben den Spielelementen, die eigentlich jedem klar sind, gibt es andere, die häufig gar nicht bekannt sind. Vielleicht weil sie versteckt sind, vielleicht auch, weil sie einfach ganz fehlen.

Das Fehlen von wichtigen Elementen verzerrt ein Spiel. In erster Linie führt es dazu, daß das Spiel kein „gutes“ Spiel ist. Häufig macht es einfach keinen Spaß. Im Extremfall kann es gar nicht wirklich gespielt werden oder es ist nicht möglich, das Spiel zu gewinnen.

In Bezug auf das Lebensspiel ist das natürlich essentiell. Hier kommen wir direkt wieder zu den grundlegenden Fragen des Lebens. Wenn wir ein Spiel spielen, aber nicht wissen, wie es sich zusammensetzt, was darin wichtig ist und welche Regeln gelten, dann ist es schwer, sogar sehr schwer damit Erfolg zu haben. Das Spiel – oder in diesem Fall das Leben – wird mühsam, anstrengend und verwirrend. Es ist nicht klar, was wir tun müssen, um eine gutes Spiel, ein gutes Leben zu haben, also um Freude, Spaß und Glück zu erleben. Wir treffen Entscheidungen, ohne überhaupt zu wissen wohin diese führen und ob wir damit das erreichen, was wir wirklich wollen. Oft verrennen wir uns in Irrtümern und Ideen, nur um nach langen Jahren mühsamen Ausprobierens zu erkennen, daß wir auf dem Holzweg waren. Wenn es uns gelingt daraus zu lernen, gut. Wenn nicht, dann sind wir nur noch frustrierter.

Ich kenne und sehe viele Menschen, die gerne ein besseres Leben hätten. Manche meinen damit nur, daß sie mehr Geld verdienen möchten. Den meisten geht es aber darum, ein Leben zu führen, das sie erfüllt. In dem sie ihre Ziele verstehen und sogar erreichen können. In dem sie lernen, neue Erfahrungen sammeln und auch noch Freude am Leben haben können.

Ich biete hier nicht eine Lösung oder ein Allheilmittel für alle Probleme des Lebens. Aber ich habe ein paar Ideen über Spiele und wie sie zusammengesetzt sind. Und – wie Sie dann selber sehen werden – es ist möglich, diese Ideen auf das Leben als ganzes anzuwenden und es dadurch ein bisschen besser zu verstehen. Als erstes brauchen wir dazu einen Überblick über die Elemente eines Spiels.

Was ist eigentlich ein Spiel?

Wenn wir das Leben als Spiel verstehen wollen, ist es hilfreich, uns zunächst damit zu beschäftigen, was ein Spiel eigentlich ist. Hierzu ein Zitat aus der Wikipedia:

Spiel (von althochdeutsch: spil für „Tanzbewegung“) ist eine Tätigkeitsform, Spielen eine Tätigkeit, die zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung, aber auch als Beruf ausgeführt werden kann (Theaterspiel, Sportspiel, Violinspiel). Es ist eine Beschäftigung, die oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird. Ein Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung von motorischen Fähigkeiten sowie soziale Kompetenz findet durch Spielen statt, beim Menschen ebenso wie bei zahlreichen Tierarten. In der Pädagogik wird das Spiel auch gezielt als Lernmethode eingesetzt. Einem Spiel liegen oft ganz bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, verbindliche Regeln hervorgehen können. Die konkreten Handlungsabläufe können sich sowohl aus der Art des Spiels selbst, den Spielregeln (Völkerball, Mensch ärgere Dich nicht) oder aber aus dem Wunsch verschiedener Individuen ergeben, gemeinschaftlich zu handeln (Bau einer Sandburg).

Es gibt eine große Vielfalt von Spielen. Die Anzahl von Spielen ist nicht begrenzt; Spiele können fortwährend neu erfunden werden.

Ich vermute, daß die meisten Menschen bei dem Wort „Spiel“ zunächst einmal an eine vergnügliche Tätigkeit denken. An eine Aktion, die in erster Linie Spaß macht oder zumindest machen sollte. Wenn wir genauer hinschauen, sehen wir aber, daß es unzählige Spiele gibt, bei denen der Spaß nicht an erster Stelle steht. Allen voran, das beliebteste Spiel der Welt, der Fußball. Sicherlich gibt es viele Menschen auf der Welt, die Fußball spielen, weil es ihnen Spaß macht. Aber im Profilager, als bei den Menschen, die mittels dieses Spiels ihren Lebensunterhalt verdienen, scheint mir das nicht mehr der wichtigste Beweggrund zu sein. Wenn ich eine Europa- oder gar Weltmeisterschaft im Fußball anschaue, so sehe ich keine Spieler, die lachen, scherzen, fröhlich sind oder auch nur Unbeschwertheit oder Freude zeigen. Diese Profispieler, die besten der Welt, nehmen das Spiel ungeheuer ernst. Das gleiche gilt für das Publikum: Selten klopfen die Anhänger der unterlegenen Mannschaft den Fans der Sieger auf die Schultern, umarmen sie oder gratulieren zu dem gewonnenen Spiel. Freude und Ausgelassenheit sehe ich meistens nur auf Seite der Sieger.

Offensichtlich ist „Spaß“ keinesfalls der wichtigste Bestandteil eines Spiels. Und daher auch kein Kriterium, um zu erkennen, ob es sich bei einer Aktion um ein Spiel handelt oder nicht. Bei dem hier als Beispiel angeführten Fußballspiel scheint vielmehr der Wettbewerb im Vordergrund zu stehen. Wichtiger als der Spaß beim Spielen ist das Gewinnen des Spiels. Dies gilt um so stärker, je professioneller das Spiel gespielt wird.

Dieses Phänomen ist nicht nur im Sport beobachtbar. Auch bei vielen Gesellschaftsspielen, die ja wirklich in erster Linie zum Spaß gespielt werden (sollten), können wir häufig beobachten, daß der Wettbewerb, das Gewinnen oder Verlieren eines Spiels wichtiger wird, als der Spaß und die Freude am Spielen. Selbst bei kleinen Kindern kommt es immer wieder zu teilweise sehr handfesten Streitigkeiten und Auseinandersetzungen, die mit großem Ernst geführt werden können. Anstatt miteinander zu spielen, spielen die Kinder gegeneinander. Selbst wenn für jedes das gleiche Spielzeug vorhanden ist, wollen sie jeweils das des anderen haben und versuchen es ihm wegzunehmen – sie erzeugen eine Situation, in der einer gewinnt während der andere verliert. Es geht dabei offensichtlich meistens nicht um das Spielzeug, oft genug spielen sie damit gar nicht. Das „Wegnehmen“ scheint hier das wirkliche Spiel zu sein.

Wie sieht es jetzt bei uns im Leben aus? Haben Sie in Ihrem Leben solche Situationen schon erlebt, in denen es Ihnen oder den anderen vor allem darum geht besser zu sein? In der Familie? Im Beruf? Bei Freunden? Situationen in denen es eigentlich allen gut gehen könnte, aber unbegreiflicherweise kommt es doch ganz schnell (wieder) zu Streitigkeiten?

Ich möchte jetzt nicht aussagen, daß Spiele in Wirklichkeit immer auf Wettbewerb beruhen. Das tun sie nicht. Es gibt Spiele, in denen es um Wettbewerb geht. Und es gibt jede Menge anderer Spiele. In manchen geht es um Forschung und Erfahrung. In anderen um Spannung und Aufregung. In anderen darum, gemeinsam etwas zu erschaffen, was Anderen nützt. Andere Spiele sind überwiegend darauf ausgerichtet, einen bestimmten Gewinn zu erhalten. Und es gibt noch viel mehr Spiele und vor allem gibt es beliebige Kombinationen von Spielen.

Falls ein eigentlich anders gedachtes Spiel in einem Wettbewerb endet, dann ist das schon ein Zeichen, daß an dem Spiel etwas nicht in Ordnung ist. Um das besser zu verstehen, müssen uns damit beschäftigen, wie man ein (gutes) Spiel aufbaut und was seine Komponenten sind. Dazu schreibe ich mehr in den nächsten Beiträgen…